Die Wirtschaft lebt davon, dass neue Produkte auf den Markt kommen. Das verbraucht Ressourcen, die zunehmend knapp werden. Kreislaufwirtschaft – das konsequente Wiederverwenden wertvoller Materialien – ist eine Antwort auf dieses Problem. Die Otto Group und ihre Konzernfirmen wollen zeigen, wie sich Ökonomie und Ökologie vereinbaren lassen.

Die Zahlen sprechen für sich: Pro Jahr werden in der globalen Produktion etwa 100 Milliarden Tonnen Material verbraucht. Nur knapp neun Prozent davon stammt aus Recyclingprozessen. Das heißt: Mehr als 90 Prozent dieser Menge wird früher oder später entsorgt werden, vergraben auf Deponien oder verbrannt. Eine Verschwendung, die zum Überschreiten der Belastungsgrenzen unserer Erde beiträgt und die immer mehr auch ins Bewusstsein der Verbraucher*innen dringt. So ergab die Otto Group Trendstudie zum ethischen Konsum aus dem Jahr 2020, dass 82 Prozent der Befragten sich einen Weg aus der Wegwerfgesellschaft wünschen und sich für eine längere Nutzungsdauer ihrer Produkte und für mehr Materialeffizienz aussprechen. 73 Prozent finden es gut, gebrauchte Dinge wie getragene Mode oder alte Möbel verkaufen oder kaufen zu können. Und 61 Prozent sind der Ansicht, dass Leihen, Teilen, Wiederverkaufen einem neuen Lebensgefühl entspricht.
Lösungen für das Problem gibt es längst. Wie der Kreislauf geschlossen werden kann, zeigt die Natur als eindrucksvolles Vorbild: Sie produziert bekanntlich keinen Müll, sondern alle Bestandteile sind als Nährstoffe förderlich für ein ausbalanciertes Ökosystem. Dieses Konzept gilt es auch in die Wirtschaft zu übertragen – für biologische Produkte wie Textilien aus Naturfasern oder technische Produkte wie Elektronikartikel, die vollständig recycelt werden können. Werden Produkte zudem möglichst lange im Kreislauf gehalten – gemietet, repariert, wiederverwendet –, verringert das den ökologischen Fußabdruck.

Kreislaufwirtschaft beginnt bei der Materialauswahl. Die Konzernfirmen der Otto Group nutzen zunehmend Rohstoffe wie FSC-zertifiziertes Holz oder nach anerkannten Standards zertifizierte Baumwolle. Der Anteil an recycelten und kreislauffähigeren Materialien soll hierbei schrittweise gesteigert werden. Der nächste entscheidende Schritt ist das Design. Hier geht es zum einen darum, die Langlebigkeit der Produkte zu optimieren. Verschiedene Trageoptionen oder ein modulares Design sorgen dafür, dass zum Beispiel Mode lange getragen wird – und nicht nur die sieben Male, die heute noch ein Kleidungsstück durchschnittlich zum Einsatz kommt, bevor es entsorgt wird. Zum anderen spielt die Recyclingfähigkeit der Produkte eine wesentliche Rolle. Bestenfalls werden so wenig unterschiedliche Materialien wie möglich verwendet, die sich im Recyclingprozess wieder voneinander trennen lassen. Einige Konzernfirmen der Otto Group gehen hier mit ersten wichtigen Schritten voran, etwa OTTO mit ihrer ersten „Circular Collection“ und Bonprix, die 2021 erste Cradle to Cradle Certified™ Produkte in das Sortiment aufgenommen haben. Cradle to Cradle ist ein anspruchsvoller Zertifizierungsstandard für kreislauffähige Produkte und prüft neben der Materialgesundheit auch die Recyclingfähigkeit. Ebenfalls entscheidend in Sachen Rohstoffeffizienz ist die Produktion selbst. Hier geht es zum Beispiel darum, dass in der Textilproduktion möglichst wenig Verschnitt produziert wird, oder dass auf Chemikalien verzichtet wird, die ein späteres Recycling erschweren.
Durch wachsendes Kundenbewusstsein und neue regulatorische Anforderungen, die eine zirkuläre Textilindustrie anstreben, wächst auch die Bedeutung langlebiger Produkte. Der Markt für Second-Hand-Kleidung ist plötzlich keine Nische der Textilwirtschaft mehr, sondern eine Spielwiese für modische Trendsetter. Und sollte ein Produkt einmal kaputtgehen, ist das noch lange kein Grund, es zu entsorgen. Einige Konzernfirmen bieten Reparatur-Services oder Do-it-yourself-Tutorials an. So hat sich Manufactum seit dreißig Jahren auf handwerklich gefertigte Produkte spezialisiert, die leicht repariert werden können – und setzt so schon lange ein Statement gegen die Wegwerfmentalität, das heute aktueller denn je ist.
Funktionierende Rücknahmesysteme sind in der Kreislaufwirtschaft essenziell. Deshalb bietet OTTO den Kund*innen im Rahmen der Non-Profit-Initiative „Platz schaffen mit Herz“ die Möglichkeit, Alttextilien zu sammeln. Die Erlöse aus dem Weiterverkauf der Altkleider fließen in soziale Projekte weltweit, die von den Kund*innen durch ein Voting mitbestimmen können. Seit 2024 bietet auch Bonprix ein kostenloses Rücknahmesystem für Kund*innen in Österreich an. Gut erhaltene Kleider können hierdurch weiter genutzt und der Rest recycelt werden, statt auf Deponien oder in der Verbrennung zu landen. Denn das ist das übergeordnete Ziel – was nicht weiterverwendet werden kann, wird dem Recyclingkreislauf zugeführt, um die Materialien wieder für die Herstellung neuer Produkte verfügbar zu machen. Und damit wäre es wie in der Natur: Der Kreislauf des (Produkt-)Lebens beginnt von vorn.
Durch kreislauffähiges Design und zirkuläre Services wie Secondhand können wir zunehmend die Nutzungsdauer von Produkten verlängern sowie den Materialkreislauf schließen – und so gemeinsam mit unseren Kund*innen den Ressourcenverbrauch reduzieren.